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[Benjamin, Walter Benjamin - Sammlung J. Leinweber.

[Benjamin, Walter] Leinweber, J.

Walter Benjamin – Sammlung J. Leinweber. [Mit einem Vorwort von Iring Fetscher].

Marburg, Antiquariat Dr. Jörg Leinweber, 1996. Quarto (21 cm x 29,7 cm). [2], Portrait-Frontispiz, 457, [3] Seiten. Mit zahlreichen Abbildungen von faksimilierten Briefen Benjamins, Buchtiteln etc. Original Softcover. Sehr guter Zustand / Excellent, close to new condition with only minor signs of wear.

Dieser fantastische Katalog der Sammlung Leinweber verzeichnet 900 Positionen und einen Nachtrag (901). Der Sammlungskatalog ist ein klassisches Beispiel sehr guter, antiquarischer Handwerkskunst in Bibliographie und Darstellung. Ein Standardwerk fuer jeden Benjamin-Sammler und auch wichtiges Referenzwerk fuer Institutionen.

Die Kurzrezension des Benjamin-Spezialisten Momme Brodersen dazu:

Insgesamt 901 Positionen verzeichnet dieser Katalog. Unter den Nummern 1 – 195 sind die Autographen (insgesamt zehn, darunter Briefe an Franz Blei und Bernard von Brentano), Erstausgaben (die Sammlung enthält alle fünf zu Lebzeiten gedruckten und auch in den Handel gelangten Buchpublikationen [Die Dissertation “Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik” (1920), die Übersetzung und Einführung zu Charles Baudelaire, “Tableaux Parisiens” (1923), “Einbahnstraße” (1928), “Ursprung des deutschen Trauerspiels” (1928) sowie gleich zweimal “Deutsche Menschen” (1936). Nicht in den Buchhandel gelangte ein Sonderdruck des Essays über Goethes Wahlverwandtschaften (1925), den diese Sammlung im übrigen leider nicht enthält]), posthumen Ausgaben (insgesamt 37 und damit annähernd vollzählig in der Sammlung enthalten), Erstdrucke (133 Veröffentlichungen vorwiegend in Zeitungen und Zeitschriften) sowie Übersetzungsarbeiten Benjamins (insgesamt zehn) aufgeführt. Zu den darüber hinaus nennenswerten Raritäten gehören einige wenige Dokumente und Publikationen von Familienangehörigen Benjamins (insbesondere solche seines Großvaters mütterlicherseits, Georg Schoenflies). Bei den restlichen ca. 700 “Stücken” dieser Sammlung handelt es sich um das vollständige Exemplar der Zeitschrift für Sozialforschung (aus dem Besitz des Soziologen Heinz Maus), um Bücher, die von Benjamin rezensiert wurden (insgesamt 87, darunter Erstausgaben von Georg Lukács’ Geschichte und Klassenbewußtsein, Pierre Mac Orlans Sous la lumière froide und Anna Seghers’ Roman Die Rettung), um Autographen (u.a. von Louis Aragon, Bertolt Brecht, Marieluise Fleißer und Franz Hessel), Schriften u.ä.m. von zeitgenössischen Autoren, die Benjamin mehr oder minder nahe standen, deren Werke er gelesen oder gar eigenen Veröffentlichungen eingearbeitet hat sowie nicht zuletzt zahlreiche Dokumente und Materialien von Persönlichkeiten, deren Werk und Leben in wenigstens mittelbarem Zusammenhang mit der intellektuellen Biographie Benjamins stehen (u.a. Erstausgaben von Goethes Wahlverwandtschaften, 1809, Carl Gustav Jochmanns Ueber die Sprache, 1828, Fouriers Le nouveau monde industriel et sociétaire, 1829, Baudelaires Fleurs du Mal, 1857, und Franz von Baaders Sämmtlichen Werken, 1851 – 1860).

Bereits 1982 hatte Leinweber in einem Katalog insgesamt 320 Stücke seiner Benjamin-Sammlung einzeln angeboten, die jedoch annähernd vollzählig in diesem Verzeichnis des Jahres 1996 wiederzufinden sind. Nunmehr sei das Ganze, so heißt es auf der Innenseite des Einbandes, lediglich “geschlossen zu verkaufen”. Mit dieser durchaus legitimen Verkaufsstrategie verbindet der Antiquar die Hoffnung, seine Sammlung möge den “Grundstock für ein künftiges Walter-Benjamin-Institut” bilden, das “der Forschung und interessierten Öffentlichkeit” – man möchte hinzufügen: auch tatsächlich – “zugänglich” sei. Das sind zwar die meisten kleinen und großen Benjamin-Sammlungen rund um den Erdball (im New Yorker Leo Baeck Institute, in der Pariser Bibliothèque Nationale, in der Berliner Akademie der Wissenschaften sowie vor allem – Sammlung Scholem! – in der Jerusalemer Jewish National Library), aber eben nicht die bedeutendste im Frankfurter Theodor-W.-Adorno-Archiv. Sie wird von ihrem Direktor, Rolf Tiedemann (ohne daß er irgendwelche Besitzansprüche anmelden könnte) wie ein Privateigentum verwaltet. Einsicht in die dort verwahrten Benjamin-Dokumente und -Materialien bekommt nur eine auserlesene, freilich alles andere als “wirkliche”, d.h. in gewissem Sinne auch repräsentative Öffentlichkeit. Insofern möchte man sich nur wünschen, des Sammlers (und Antiquars) Zuversicht erfülle sich …

Entstanden ist diese Sammlung in der Absicht, Benjamins Wirken, die Quellen seines Schaffens sowie sein “wissenschaftsgeschichtlich[es] Umfeld” möglichst umfassend zu dokumentieren. Das leistet sie im Rahmen des einem privaten Sammler Möglichen, der nicht über unbeschränkte finanzielle Mittel verfügt, in ausreichendem Maße. Gleichwohl enthält sie durchaus Stücke, die selbst bei großzügigster Auslegung des Begriffs “wissenschaftsgeschichtliches Umfeld” nicht hierher gehören – beispielsweise zwei Briefe rein privaten Inhalts von Hugo von Hofmannsthal (Nr. 389 aus dem Jahre 1908) und Karl Kraus (Nr. 436/1904!). Glücklicherweise bildet solche “Schmuggelware” die Ausnahme im Kontext einer Sammlung, die vor allem zu einem anregt: eben auch das ganze intellektuelle Umfeld, in dem Benjamin lebte und wirkte, auszuforschen. Und welch weite Horizonte dabei zu beschreiten sind, davon vermitteln schon die zahllosen Namen all der Autoren, Illustratoren, Übersetzer sowie der Zeitschriften eine erste Vorstellung, die die zahlreichen Indizes im Anhang dieses Katalogs aufführen.” [Quelle / Source: Momme Brodersen]

 

[Benjamin, Walter Benjamin - Sammlung J. Leinweber.
[Benjamin, Walter Benjamin - Sammlung J. Leinweber.
[Benjamin, Walter Benjamin - Sammlung J. Leinweber.
[Benjamin, Walter Benjamin - Sammlung J. Leinweber.
[Benjamin, Walter Benjamin - Sammlung J. Leinweber.
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[Benjamin, Walter Benjamin - Sammlung J. Leinweber.
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